Hochdruckgebiete - Garanten für schönes Wetter?
Auf Wetterkarten werden ihre Zentren durch ein „H“ gekennzeichnet: Hochdruckgebiete, auch kurz als „Hochs“ bezeichnet.
Meist verbinden die Menschen mit Hochdruckgebieten ruhiges und sonnenreiches Wetter.
Was ist eigentlich ein Hochdruckgebiet?
Aus meteorologischer Sicht sind Hochs zunächst einmal nichts anderes als ein relativ zur
Umgebung gesehen hoher atmosphärischer Luftdruck innerhalb eines Höhenniveaus. Normalerweise ziehen
die Wetterexperten dabei als Höhenniveau das Meeresniveau („Normalnull“) heran, und die dort identifizierten
Hochs werden als „Bodenhochs“ bezeichnet. Die Ursache, warum Hochdruckgebiete tatsächlich häufig für wolkenarmes
und trockenes Wetter sorgen, liegt darin, dass in ihnen tendenziell die Luft in höheren und mittelhohen
Atmosphärenschichten absinkt.
Wetterkarte mit mehreren Bodenhochzentren über Europa
Bild © Profikarten WetterOnline.de
Im Hoch sinkt die Luft ab und erwärmt sich!
Dieses Absinken bewirkt neben einem Druckanstieg in tieferen Schichten,
dem „Hochdruck“, auch eine Erwärmung der Luft um ziemlich genau ein Grad pro Hundert Meter Höhendifferenz.
Fachleute sprechen hierbei von einer sogenannten adiabatischen Erwärmung. Sie nehmen dabei an, dass die Luft,
ähnlich wie in einem Heißluftballon, während des Absinkens keine nennenswerte Vermischung mit der Umgebungsluft
erfährt.
Da die adiabatisch erwärmte Luft mehr Wasserdampf aufzunehmen vermag, lösen sich vorhandene hohe und
mittelhohe Wolken unter Hochdruckeinfluss vielfach auf oder werden zumindest dünner. Anfängliche Niederschläge
klingen ab. Ist das Absinken innerhalb eines Hochdruckgebiets stark und andauernd genug, sorgt das Hoch letztlich
für einen wolkenlosen blauen Himmel.
Nicht immer sorgen Hochs für schönes Wetter!
Doch trotz aller Absinkprozesse bringt ein Hoch nicht immer dauerhaft
wolkenlosen Himmel. Das gilt besonders für die Wintermonate. Da das oben beschriebene Absinken nur selten bis
ganz zum Erdboden herunter durchgreift, bleibt in Bodennähe meist eine dünne Luftschicht davon unberührt.
Für diese ist es nun entscheidend, ob der Erdboden von der tagsüber einfallenden Sonnenstrahlung stärker
erwärmt wird, als sie sich während der klaren Nacht durch langwellige Ausstrahlung abkühlen kann.
Überwiegt
die nächtliche Ausstrahlung, so kühlt die bodennahe Luft über mehrere Tage betrachtet allmählich aus.
In Mitteleuropa zum Beispiel ist das in den Wintermonaten der Fall, wenn die Nächte bis zu 16 Stunden
dauern, und tagsüber durch einen flachen Einfallswinkel nur wenig Sonnenenergie auf den Erdboden trifft.
Ein fortgesetztes Auskühlen der Luft führt schließlich dazu, dass der in ihr enthaltene Wasserdampf
auskondensiert - es bildet sich Nebel und Hochnebel, der langsam immer dicker und zäher wird. Nach
einiger Zeit beginnt es sogar zu nieseln oder, falls es kalt genug ist, leicht zu schneien. Von
Sonnenschein und Trockenheit kann dann, trotz Hochdruckeinflusses, wahrlich keine Rede mehr sein.
Winterliche Hochdrucklage mit feucht-kühler Luft in den Tieflagen (siehe Dunstschicht) und klarer, milder
Luft in Hochlagen
Fotos © Dr. Peter Göbel
Im Sommer vielfach Sonne pur
In den Sommermonaten hingegen, wenn die Nächte kurz sind und tagsüber die Sonne die untere
Luftschicht stark erwärmt, darf man sich zumindest unter zunehmendem Hochdruckeinfluss tatsächlich
auf eine sonnige und trockene Witterungsphase freuen. Darüberhinaus ist dann auch noch von
Tag zu Tag mit einem Anstieg der Temperaturen zu rechnen.
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