Die Erdatmosphäre
In diesem Kapitel erfahren Sie etwas über die Zusammensetzung und den Aufbau
der Erdatmosphäre. Es wird auch geschildert, wie die Uratmosphäre aussah und wieso
sich deren Zusammensetzung im Laufe der Zeit geändert hat.
Die Bestandteile der Erdatmosphäre
Die Erdatmosphäre ist der Schauplatz aller beobachtbaren Wettererscheinungen,
seien es durchziehende
Schönwetterwolken, drohende
Gewitterwolken oder ein farbenprächtiger
Regenbogen.
Sie besteht in den unteren Schichten (bis etwa 100 km Höhe)
aus einem gleichmäßigen, homogenen Gasgemisch, das folgende Zusammensetzung aufweist:
|
Zusammensetzung der Luft
|
| Bestandteil |
Molekulargewicht (g/mol) |
Prozentualer Anteil an der Gesamtanzahl der Moleküle |
| Stickstoff |
28.016 |
0.7808 (75.51% Massenanteil) |
| Sauerstoff |
32.000 |
0.2095 (23.14% Massenanteil) |
| Argon |
39.94 |
0.0093 (1.28% Massenanteil) |
| Wasserdampf |
18.02 |
0 - 0.04 (75.51% Massenanteil) |
| Kohlendioxid |
44.01 |
325 ppm (parts per million) |
| Neon |
20.18 |
18 ppm (parts per million) |
| Helium |
4.00 |
5 ppm (parts per million) |
| Krypton |
83.7 |
1 ppm (parts per million) |
| Wasserstoff |
2.02 |
0.5 ppm (parts per million) |
| Ozon |
48.00 |
0-12 ppm (parts per million) |
Warum homogen?
Die homogene Zusammensetzung rührt daher, daß bis zur Höhe von 100km die
turbulente Durchmischung der Atmosphäre noch ausreichend groß ist, so daß
sie der molekularen Diffusion überwiegt. Darüber findet eine diffusive Trennung
der schwereren von den leichteren Molekülen statt, wobei am äußeren Rand der
Erdatmosphäre in etwa 1000km Höhe nur noch die leichtesten Gase, Helium und
Wasserstoff, zu finden sind. Man bezeichnet die untere Schicht, in welcher turbulente
Prozesse dominieren, als
Homosphäre, und die darüberliegende diffuse Schicht
als Heterosphäre. Die dünne Übergangszone, die idealerweise auch als
"Trennfläche" betrachtet werden kann, bezeichnet man als Turbopause.
Permanente und variable Gase
Wie man bereits aus der Tabelle ersieht, kommen sowohl der
Wasserdampf als auch Ozon
in variablen Anteilen in der Erdatmosphäre vor. Alle anderen Luftbestandteile sind
permanente Gase. Es ist der Wasserdampf, der durch seine
große räumliche und zeitliche Variabilität den Hauptanteil der Vielfältigkeit des
Wetters ausmacht. Hinzu kommt
die Tatsache, daß Wasser in allen drei
Aggregatzuständen (dampfförmig, flüssig und fest)
unter den normalerweise in der Erdatmosphäre herrschenden Bedingungen vorkommt.
Dies kann man von keinem anderen Gasbestandteil der Luft behaupten
(wenn man von der Auskristallisation von Kohlendioxid bei extrem niedrigen
Temperaturen (unter -80°C) absieht).
Foto: Die Wolkenbildung findet fast ausschließlich in der Troposphäre statt.
Die Uratmosphäre
Vergleicht man die Atmosphäre der Erde mit der der Sonne,
so stellt man fest, daß sie erstaunlich wenig Edelgase
(Helium, Neon, Argon, Xenon, Kryton und Radon) enthält.
Es gibt diverse Theorien, die diesen Mangel zu erklären versuchen.
Die derzeit vorherrschende Meinung ist die, daß sich entweder die
Erde durch eine Zusammenballung von festen Materiebestandteilen
gebildet hat, die systematisch vorhandene Gase gebunden haben
(viele Meteoriten weisen derartige Bestandteile auf), oder daß
die gasförmigen Bestandteile, die die Uratmosphäre kurz nach der
Entstehung der Erde gebildet haben, dieser schon bald danach durch
Verflüchtigung verloren gingen. In beiden Fällen ist es wahrscheinlich,
daß unmittelbar nach der Entstehung der Erde vor etwa 4.5 Milliarden Jahren
noch gar keine Atmosphäre vorhanden war. Es wird davon ausgegangen, daß die
heutige Atmophäre das Resultat von Ausbrüchen flüchtiger Bestandteile aus
dem Erdinneren (z.B. durch Vulkanausbrüche) ist.
Vergleich Uratmosphäre - heutige Atmosphäre
Vergleicht man jedoch die Zusammensetzung der heutigen Luft mit
der Zusammensetzung von Vulkangasen, so stellt man deutliche
Unterschiede fest (z.B. enthalten Vulkangase etwa 85% Wasserdampf,
10% Kohlendioxid und ein paar Prozent Stickstoff- und Schwefelverbindungen).
Diese Diskrepanz läßt nur dann verstehen, wenn man die Erdatmosphäre
nicht als eine abgeschlossene Einheit auffaßt, sondern als eine
Komponente des globalen Klimasystems.
Die anderen Komponenten werden durch die Hydrosphäre (alles flüssige Wasser auf der Erde),
die Lithosphäre (alle festen Bestandteile, also z.B. die Erdkruste),
die Cryosphäre (alle Eismassen, also Gletscher, Polkappen)
sowie die Biosphäre (die gesamte Flore und Fauna) gebildet.
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