Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der der Wasserdampfgehalt der Luft gleich dem maximal Möglichen ist.
Die Taupunkttemperatur ist also gleich der Lufttemperatur bei einer relativen Luftfeuchte von 100 Prozent.
Der Taupunkt ist somit, ähnlich wie die relative oder die absolute Feuchte, auch eine Maßzahl für den aktuellen
Feuchtegehalt eines Luftpaketes bei einer gegebenen Temperatur. So liegt er zum Beipsiel bei einer warmen, verhältnismäß
trockenen Wüstenluft deutlich unter der
herrschenden Lufttemperatur, weil man die Wüstenluft gehörig abkühlen müsste, bis sie so kühl ist, dass der
in ihr enthaltene Wasserdampf eine Wasserdampfsättigung verursachen würde.
Diese Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt bezeichnet man auch als Taupunktsdifferenz oder als
"spread". Ein großer Spread ist ein Indikator für eine recht trockene Luft und umgekehrt ein kleiner ein
Indikator für eine feuchte Luftmasse. In Radiosondenauftiegen wird häufig statt der relativen Feuchte der spread
als Messgröße angegeben.
In der Meteorologie spielt der Taupunkt als Messgröße eine sehr wichtige Rolle. So dient die Kenntnis der räumliche Verteilung der
Taupunktstemperaturen beispielsweise der Identifikation von Luftmassen. Im Winter ist eine Kennnis
der Taupunkte in bodennahen Luftschichten für die Prognose der Schneefallgrenze von Bedeutung.
Im Sommer findet man über Florida (USA) schwülheiße Luftmassen vor. Dort liegen die Taupunkte häufig bei über 20 Grad
Celsius. Solch hohe Taupunkte in tiefen Luftschichten sind ein guter Nährboden für Gewitterentwicklungen.
Foto Björn Beyer