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Labilität
Hier ist die Labilität der Luftschichtung in der Atmosphäre gemeint. Die Atmosphäre ist
dabei labil geschichtet, wenn sich ein Luftpaket nach einer kleinen Auslenkung
aus seiner Ausgangslage immer weiter von dieser entfernt.
Dies ist zum Beispiel
in einer nicht feuchtegesättigten Luft dann der Fall, wenn die gemessene Temperaturabnahme
der Luft mit der Höhe größer ist als die
trockenadiabatische Temperaturabnahme (-0.98°C/100m).
Denn da angenommen wird, dass das aus seiner Ausgangslage verschobene Luftpaket
seine Temperatur trockenadiabatisch ändert, wäre es bei einem Aufstieg stets wärmer
(mit der Höhe sogar zunehmend)
als die Umgebungsluft und würde daher wie ein Heißluftballon immer rascher aufsteigen.
Würde es umgekehrt absinken, so wäre es stets kälter als seine Umgebung und würde
immer weiter absinken. Wäre die Schichtung dagegen genau adiabatisch, dann
bliebe das Luftpaket einfach dort, wo es ist bzw. wo es gezwungenermaßen hin verschoben wird.
Im Grunde handelt es sich hier um eine Anwendung des Auftriebsgesetzes.
Will man nun in der Praxis herausfinden, ob (und falls ja, bis in welche Höhe) die
Atmosphäre labil geschichtet ist, dann muss auch die
Luftfeuchte berücksichtigt werden.
Da oberhalb des Kondensationsniveaus erhebliche
Mengen an latenter (Kondensations-)wärme
frei werden, muss anstelle eines durchgehend trockenandiabatischen Aufstieges ab dem
Kondensationsniveau ein
feuchtadiabatischer Aufstieg betrachtet werden. Für die Labilität
wirkt sich die freiwerdende Kondensationswärme immer verstärkend aus.
In der Praxis findet man meist keine mächtigere trockenlabile Luftschicht vor, sondern häufig
wird die Schichtung sogar erst dann labil, wenn
Kondensation einsetzt. Wertvolle Hilfe
bei der Beurteilung der Schichtungsstabilität liefern thermodynamische Diagrammpapiere.
Ein Besonderheit ist die potentielle Instabilität. Damit ist die Situation gemeint, dass
die Luftschichtung nur dann instabil würde, wenn aus irgendwelchen Gründen (z.B. durch nahende
Fronten) nicht einzelne Luftpakete, sondern ganze
Luftschichten gehoben werden. Potentielle Instabilität besteht häufig dann, wenn eine
feuchtwarme unter einer trockenkalten Luftschicht lagert. Bei einer Hebung der gesamten Luftsäule
setzt in der unteren, feuchtwarmen Luftschicht rasch Kondensation
ein und es wird latente Wärme frei. In der darüberliegenden trockenen Schicht
setzt dagegen keine oder erst viel später Kondensation ein, so dass sich diese
Luftschicht lange Zeit trockenadiabatisch abkühlt.
Dadurch ergeben sich mit zunhemender Hebung immer stärkere Temperaturgradienten mit der Höhe,
was einer fortschreitenden Labilisierung der gesamten Luftsäule im Hinblick auf die
obigen Aussagen gleichkommt. Potentielle Instabilität ist besonders bei der Prognose von
Gewittern eine
wichtige Größe.
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