Die Druckgradientkraft ist eine der fundamentalen Kräfte in der
Physik. Sie tritt in der Atmosphäre immer dann in Erscheinung, wenn
der Luftdruck nicht überall denselben Wert aufweist. Sie ist entgegen
dem Druckgradienten (*) vom hohen zum tiefen Druck gerichtet.
Daher wirkt in der Atmosphäre stets eine hohe Druckgradientkraft vom hohen
Bodendruck zum tiefen Luftdruck in der Höhe. Das Druckgefälle von der
Höhe zum Boden hin wird durch die Schwerkraft hervorgerufen.
Tritt keine vertikale Luftbewegung auf, so sind die
Vertikalkomponente der Druckgradientkraft und die Schwerkraft exakt im
Gleichgewicht (hydrostatisches Gleichgewicht). Im Mittel (bzw. auf der großen Skala in guter Näherung) ist dies
in der Atmosphäre immer der Fall.
Horizontale Druckgradientkraftkomponenten treten analog durch horizontal variable Druckverteilungen
auf (Hochs und Tiefs). Da der Horizontalwind näherungsweise durch ein Gleichgewicht aus Druckgradientkraft und
Corioliskraft (geostrophischer Wind) gegeben ist, kann man aus dem Abstand zweier Isobaren
auf die Stärke des Windes schließen. Liegen also die Isobaren dicht gedrängt zusammen, so
entspricht dies einer relativ hohen Windgeschwindigkeit.
Für meteorologische Zwecke existiert desweiteren eine praktische Faustformel,
die besagt, daß die horizontale Druckgradientkraft zwischen zwei Isobaren im Abstand
von 5 hPa derjenigen vertikalen Druckgradientkraft entspricht, welche durch
zwei Isogeopotentiallinien im Abstand von 40 gpm in Topographien erzeugt wird.
Daher verwendet man in relativen und absoluten Topographien auch standardmäßig
Abstände von 40 gpm für die Isolinienplots.
zu (*): Der Gradient ist ein Vektor, der stets in
Richtung des steilsten Anstieges zeigt.